Die Methoden bzw. Verfahrensweisen, mit der das Medium in der Erlebnispädagogik genutzt wird, der Lernprozess strukturiert sowie die Lernziele verwirklicht werden, sind von unterschiedlicher Tragweite. In der Erlebnispädagogik bestimmt und gestaltet u. a. die Methode das Medium. Das bedeutet z. B., dass wenn die Methode „Einzelarbeit“ für eine Gruppe als sinnvoll und notwendig erachtet wird, es sich anbietet das Medium „Kajaken“ zu nutzen. Was jedoch nicht bedeutet, dass ein Medium nur eine bestimmte Methode zulässt. „Kajaken“ kann auch als Gesamtgruppenarbeit, bei der es um soziales Lernen geht, d.h. Rücksichtnahme, auf andere warten, sich gegenseitig unterstützen, Kommunikation in der Gruppe fördern, angewandt werden.

Erlebnispädagogik: Methoden

Ziel ist es nicht primär, dass der Trainer oder die Trainerin dem einzelnen Teilnehmer etwas beibringt, sondern der Teilnehmer aufgrund seiner individuellen inneren Motive Zusammenhänge erkennt und damit an dem Entscheidungprozess, was thematisiert und gelernt wird, beteiligt ist.

Es geht vor allem in der Erlebnispädagogik aber auch im Outdoor-Training um einen indirekten methodischen Ansatz – die Prozessbegleitung der Trainer und Trainerinnen, d.h. anstatt die Teilnehmenden direkt zu beeinflussen oder zu belehren, wird ein selbstständiges handlungsorientiertes Lernen bevorzugt.
Das Trainerteam kann intervenieren, überlässt aber den Teilnehmenden die Gelegenheit, die Aufgaben selbständig zu bewältigen. Dabei spielt das unterstützende Begleiten und die Selbststeuerung von Gruppen in Erfahrungsprozessen eine große Rolle.

Es gibt keine Methode, die das Wagnis der pädagogischen Situation vorwegnehmen könnte

Erika Hoffman, 1963

Diese Erfahrungsprozesse können auf verschiedenen Ebenen (kognitiv, emotional, motorisch oder interaktional) stattfinden. Das Trainerteam begleitet die Teilnehmenden und unterstützt sie dabei bestimmte Situationen (z.B. Konfliktsituationen) gruppenintern zu lösen, es versteht sich nicht als Wissensquelle, sondern als Lernhelfer.